Willkommen bei CAPTN

Die Initiative „Clean Autonomous Public Transport Network (CAPTN)“, initiiert durch die Christian-Albrechts-Universität zu Kiel, vereint seit 2018 (anfangs unter dem Namen „CAPTin Kiel“) diverse transdisziplinäre Aktivitäten von CAPTN Partnern aus Gesellschaft, Wirtschaft, Wissenschaft, Politik und Verwaltung unter einer Maxime: Die Etablierung einer integrierten innerstädtischen Mobilitätskette autonomer sauberer Verkehrsträger zu Wasser und zu Land mit Wasser-Land-Schnittstellen für den öffentlichen Personennahverkehr.

Vernetzte, inter- und multimodale Mobilität bedeutet, Mobilität nicht mehr in unterschiedlichen Verkehrsmitteln zu denken, zu organisieren und anzubieten, sondern entlang von Mobilitätsketten. Dem Konzept der integrierten Mobilitätskette liegt die Idee zugrunde, öffentlich zugängliche Verkehrsmittel gleichrangig miteinander zu vernetzen und für den Endverbraucher zugänglich zu machen.

Viele der Kieler Aktivitäten gibt es schon viel länger und sie sind in zahlreichen Publikationen und erfolgreichen Projekten dokumentiert. Die Initiative CAPTN denkt technische, wirtschaftliche, soziale, gestalterische sowie gesellschaftspolitische Fragen bewusst zusammen, um innovative, vermarktbare, systemfähige und nachhaltige Produkte und Dienstleistungen zu entwickeln und weltweit anzubieten.

Aktuelle News

November 29, 2022 - Machbarkeitsstudie von FH-Studierenden zur CAPTN Vision

Anfang November, währen der Interdisziplinären Wochen (IDW) an der Fachhochschule Kiel, haben sich im Zuge von Prof. Marco Hardimans Kurs „Future Thinking“ fünf Studierende mit CAPTN und unserer Geschäftsidee befasst. Sie suchten Antworten auf die Fragen, wie CAPTN eine größere Akzeptanz in der Bevölkerung erfahren kann und wie ein Geschäftsmodell aussehen könnte.

Die fünf Studierenden aus vier Ländern gingen dabei von der Hypothese aus, dass die Bevölkerung durch ein noch stäkreres Umweltbewustsein geprägt sein und CAPTN in naher Zukunft einer größeren Zahl an Mitbewerbern, die umweltfreundliche Verkehrsmittel zur Verfügung stellen, gegenübestehen wird. Die Studierenden hoben dabei hervor, dass insbesondere die autonome und im Design ausgezeichnete Fähre der CAPTN Initiative eine große Stärke darstelle. Allerdings könnte es sowohl ein Hindernis, als auch eine Gelegenheit darstellen, diese Fähre bis zur Marktreife zu entwickeln. Um sich von den Mitbewerbern abzusetzen, schlagen die Studierenden vor, andere nachhaltige Verkehrsträger in das CAPTN-Netz einzubeziehen.

Damit CAPTN in Zukunft wettbewerbsfähig ist, müssen nach Meinung der Studierenden Entscheidungen in Bezug auf diese Verknüpfung verschiedenen Verkehrsträger getroffen werden. Auch sollte die Initiative überlegen, inwieweit Verkehrsträger genutzt werden können, um sie mithilfe touristischer Nutzung für potentielle Kund*innen attraktiver und akzeptabler zu machen. Auch Social Media Kampagnen werden vorgeschlagen.

Allerdings benötigt CAPTN dafür einen großen finanziellen Hintergrund – sowohl für die Forschnung, als auch für den Bau – sowie eine Reihe von Partnerschaften. Dabei betonen die Studierenden, dass diese Partner ebenfalls nachhaltige Unternehmen sein sollten. Mit diesen Maßnahmen sollte es der CAPTN Initiative gelingen, einen wettbewerbsfähigen und akzeptierten Verkehrsverbund zu schaffen.

Wir danken Julie Winter aus Polen, Christian Alvarez de Cienfuegor Pizerro und Carmen Ortega Castillo aus Spanien, Nina Karioja aus Finland sowie Kamile Ciapaite aus Litauen für ihre Arbeit.

November 17, 2022 - VeloRoute H20 – geniale Idee gewinnt Mobilitätspreis

Schon öfter tauchte auf dem CAPTN-Radar eine Fahrradfähre auf, die ebenfalls autonom, ebenfalls nachhaltig und ebenfalls uferverbindend erdacht wurde. Der Designer Bashar Zapen, Absolvent der Muthesius Kunsthochschule, hat mit der „Veloroute H20“ ein Fährsystem für Fahrräder konzipiert. Die überdachte, an ein Floß erinnernde Plattform verlängert – auch optisch – die VeloRouten der Stadt über die Förde hinweg. In der Mitte ist die Fahrradspur, an den Seiten befinden sich Sitzbänke.

Die elektrische, autonome Fähre soll nach Zapens Idee durch Energie angetrieben werden, die von Wind- und Gezeitenturbinen stammen. Der schwimmende Radweg ergänzt das Radwegenetzwerk Kiels, sodass Pendler für die Überquerung der Förde nicht mehr auf Umwege mittels öffentlichem Nahverkehr oder Auto angewiesen sind. Das reduziert den CO2-Ausstoß. Zudem befinden sich an den sogenannten VeloDocks, die Anleger der Fähre, Muschelzuchtbetrieben. Die Weichtiere filtern das Wasser des Hafens, stellen so marine Lebensräume wieder her, so heißt es in einer Beschreibung der Muthesius Kunsthochschule.

Das Projekt „Veloroute H20“ hat jetzt den Deutschen Mobilitätspreis in der Kategorie Science Fiction gewonnen. Und es ist nicht der erste Preis, den der Designer für seine Idee erhält. Anfang 2020 bereits war er Sieger im studentische Wettbewerb Shifting Shores der Muthesius Kunsthochschule in Kooperation mit der Stadtverwaltung Kiel. Dieser sollte ein weitreichendes Entwicklungskonzept für den Raum ‚Kiellinie und Düsternbrooker Fördehang‘ vorangetriebenen.

Mit dem Deutsche Mobilitätspreis dürfte Zapen jetzt auch deutschlandweit Aufsehen erregen, denn der Preis zählt zu den wichtigsten Auszeichnungen im Bereich Digitales und Mobilität in Deutschland. Wir würden es uns wünschen, dass die VeloRoute H2O Anwendung findet. Die Fachhochschule Kiel hat bereits Mitte des Jahres angemerkt, dass sie sich eine Querung der Schwentine vom Seefischmarkt zum Gelände der FH in Kiel-Dietrichsdorf und zum dortigen VeloCampus durchaus vorstellen könnte.

November 1, 2022 - CAPTN Initiative und innocam.NRW vereinbaren Memorandum of Understanding

Zwei Initiativen für vernetzte und automatisierte Mobilität aus Schleswig-Holstein und Nordrhein-Westfalen, CAPTN und innocam.NRW, wollen stärker zusammenarbeiten. Das bekräftigten Vertreter beider Organisationen kürzlich mit einem Memorandum of Understanding.

Die CAPTN Initiative und das Kompetenznetzwerk automatisierte und vernetzte Mobilität, innocam.NRW, wollen ihre Zusammenarbeit weiter intensivieren. Beide Organisationen wollen die Verkehrswende vorantreiben und nachhaltige, automatisierte Mobilitätsketten entwickeln. Die Initiative aus Nordrhein-Westfalen setzt dabei auf die vier Themenbereiche intelligente Verkehrsträger, intelligente Verkehrsinfrastruktur, intelligentes Verkehrsmanagement und individuelle Teilhabe. CAPTN – das Clean, Autonomous, Public Transport Network – fokussiert sich aktuell hauptsächlich auf maritime Verkehrsträger. „Eine engere Zusammenarbeit bietet sich vor allem bei der Vernetzung der unterschiedlichen Konzepte an“, erklärt Dr. Wiebke Müller-Lupp, wissenschaftliche Geschäftsführerin des Wissenschaftszentrum Kiel GmbH, wo das CAPTN-Büro beheimatet ist. „Zwar liegt der Fokus der CAPTN Initiative zurzeit auf unserem Forschungsträger und dem daraus resultierenden Fährschiff, wir forschen aber auch im Bereich der Schiene und sauberer Antriebsstoffe.“ So könnte die Kooperation dazu beitragen, Innovationen voranzutreiben und auch überregionale Projekte für die Mobilität der Zukunft in Position zu bringen.

„Insbesondere gemeinsame Projektansätze bietet die Möglichkeit, zum Beispiel automatisierte und vernetzte Verkehrsträger auf der Straße und dem Wasser enger zu verknüpfen. Dazu ist ein regelmäßiger Erfahrungsaustausch unerlässlich“, betont auch Marcel Sonntag, Projektkoordination innocam.NRW. Er plant unter anderem auf die Angebote innerhalb der CAPTN Initiative – wie das Testfeld auf der Kieler Förde und den schwimmenden Versuchsträger – auch in NRW aufmerksam zu machen. Langfristig sollen gemeinsame Projektvorhaben entwickelt werden, die insbesondere die Verkehrsträger auf dem Wasser mit der Straße verbinden, um auf lange Sicht ganzheitliche Mobilitätslösungen zu entwickeln und zu erforschen.

Die Netzwerke haben schon in der Vergangenheit zusammengearbeitet. So hat innocam.NRW auf dem ITS World Congress in Hamburg im Herbst des vergangenen Jahres eine Gesprächsrunde zu Testfeldern der automatisierten und vernetzten Mobilität organisiert, zu der das ACCorD Testfeld (Straße) und das CAPTN Projekt „Förde Areal“ (Wasser) zur Diskussion zusammengebracht wurden. Außerdem stellte sich die CAPTN Initiative im März 2021 den Interessierten auf dem innocam.Forum Niederrhein vor.

Über die CAPTN Initiative:
Die CAPTN Initiative verfolgt das Ziel, eine umweltfreundliche Mobilitätskette für einen autonomen öffentlichen Nahverkehr zu entwickeln, umzusetzen und weltweit zu vermarkten. In einem ersten Schritt entwickelt die CAPTN Initiative eine systemintegrierte Personenfähre (die „MS Vaiaro“), die eigenständig zwischen dem Ost- und Westufer Kiels pendeln soll. Die Grundlage dafür soll mit dem Forschungsträger „MS Wavelab“ – einem rund 21 Meter langen und acht Meter breiten Katamaran – erarbeitet werden. Zahlreiche Projekte innerhalb der Initiative zielen darauf ab, die Automatisierung sowie die Versorgung mit sauberen Antriebsstoffe zu optimieren.

Über innocam.NRW:
innocam.NRW ist ein Kompetenznetzwerk für automatisierte und vernetzte Mobilität in Nordrhein-Westfalen und darüber hinaus. Das Kompetenznetzwerk ist die zentrale und neutrale Anlaufstelle für sämtliche Akteure der Mobilitätsbranche, der Wissenschaft, der Verwaltung, vor allem auch für Kommunen, sowie aus verschiedenen gesellschaftlichen Gruppen. Das Ziel von innocam.NRW ist die Stärkung der verkehrsträgerübergreifenden und interdisziplinären Zusammenarbeit zur Entwicklung von Kompetenzen einer intelligenten Spezialisierung. Innovationskapazitäten und die Entwicklung fortschrittlicher Technologien für den zukünftigen Verkehr von Personen und Gütern werden mit unseren Tätigkeiten unterstützt.

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