Die Schifffahrt der Zukunft ist digital. Unterschiedlichste Daten müssen erhoben, gebündelt, logisch verknüpft und modelliert werden. Mit der Förderung der Künstlichen Intelligenz durch das Land Schleswig-Holstein soll die CAPTN Initiative künftige, auch verlässliche Systeme für Schiffsverkehre schaffen. Einen entsprechenden Förderbescheid über knapp 330.000 Euro übergab Digitalminister Dirk Schrödter heute im Kieler Wissenschaftszentrum.

Die CAPTN Initiative will eine integrierte innerstädtische Mobilitätskette etablieren. In ihr sollen autonome und saubere Verkehrsträger für den öffentlichen Nahverkehr zu Wasser und zu Land miteinander verzahnt werden. Für die Umsetzung dieses Vorhabens benötigen die Akteure auch die verschiedenen Facetten der Künstlichen Intelligenz (KI). „Die CAPTN Initiative ist durchzogen von Fragestellungen zu KI“, erklärte Dr. Karsten Pankratz, InnovationScout im CAU-Geschäftsbereich Transfer, Initiator und Koordinator der CAPTN Initiative. „Diese können jetzt als zentrales Element deutlich sichtbarer herausgearbeitet werden. Bisher fehlte es hierfür an der Finanzierung geeigneter Fachkräfte.“

Tatsächlich erstreckt sich das Aufgabengebiet der künftigen CAPTN-KI-Fachkraft über diverse Felder. Dazu gehören auch die Handlungsfelder Forschung und Wirtschaft. So soll die KI-Fachkraft unter anderem die bereits bestehenden Kompetenzen im Bereich saubere autonome Mobilität zusammenfassen. Denn aktuell beschäftigen sich zahlreiche Teilprojekte mit Unterthemen, die gebündelt und für die Ziele der CAPTN Initiative nutzbar gemacht werden müssen. „Der Transfergedanke steht hier besonders im Vordergrund“, betonte der wissenschaftlicher Sprecher der CAPTN Initiative Prof. Dr. Dirk Nowotka. „Viele Institute innerhalb der Christian-Albrechts-Universität Kiel arbeiten im Rahmen der CAPTN-Projekte Hand in Hand; wir haben aber auch Arbeitsgruppen mit anderen Hochschulen und Industriepartnern.“

Damit entspricht der CAPTN-Kurs den Grundsätzen und landespolitischen Zielen der Regionalen Innovationsstrategie (RIS) Schleswig-Holsteins. Unter anderem sehen die Handlungsansätze vor, Forschungs- und Innovationskapazitäten zu stärken und auszubauen. Darüber hinaus sollen Transferaktivitäten intensiviert und besser vernetzt werden. Damit lassen sich auch kooperative Strukturen weiterentwickeln.

Auch Minister Dirk Schrödter, der den Förderbescheid über knapp 329.000 Euro überreichte, ist von der Wichtigkeit des Ansatzes überzeugt. „Kein autonom fahrendes Fahrzeug kommt ohne Künstliche Intelligenz aus. Abgesehen davon, optimiert die KI nicht nur die Schifffahrt, sondern auch viele weitere Prozesse in der maritimen Wirtschaft“, sagte er am heutigen Donnerstag im Wissenschaftszentrum in Kiel. „Das Besondere an CAPTN KI ist, dass das Vorhaben alle Verkehrsarten, sei es auf Wasser, Schiene oder Straße, in den Blick nimmt und diese vernetzt. Ziel ist es, neue innovative Projekte zu entwickeln, um die maritime Wirtschaft im Norden weiter zu stärken. Das unterstützen wir als Land sehr gerne – auch weil die CAPTN Initiative mit ihren Handlungsfeldern schon seit einigen Jahren erfolgreich zum Wissenstransfer zwischen Wirtschaft und Wissenschaft in Schleswig-Holstein beiträgt.“

Die Präsidentin der CAU, Prof. Dr. Simone Fulda, bedankte sich beim Land für die Unterstützung, die dem Leuchtturmprojekt die Möglichkeit zu weiterem Wachstum ermöglicht: „Die CAPTN Initiative ist für die Christian-Albrechts-Universität zu Kiel ein herausragendes Innovationsprojekt und ein besonders gelungenes Beispiel für die so wesentliche inter- und transdisziplinäre Kooperation von Wissenschaft, Wirtschaft, Gesellschaft, Politik und Verwaltung. Gemeinsam weiter an der Vision von autonomer, sauberer Mobilität zu arbeiten, kann für Kiel und für Schleswig-Holstein wichtige Impulse für die Gestaltung einer nachhaltigen Zukunft liefern. Mit CAPTN KI erhält diese bereits sehr erfolgreiche regionale Initiative eine neue, bedeutsame Komponente.“

Für die CAPTN Initiative bedeutet der Einsatz von KI-basierten Instrumenten, einen deutlichen Schritt nach vorne. „Durch die neuen Möglichkeiten, mehr und bessere Daten zu erheben, wird die Rolle der KI steigen“, ist Pankratz überzeugt. „Das gibt uns die Gelebenheit, bessere Produkte und Prozesse zu entwickeln. Die Initiative CAPTN bietet eine starke Basis, dieses Thema für und mit der maritimen Wissenschaft und Wirtschaft von Kiel aus in Schleswig-Holstein zu entwickeln.“ Das stärkt die regionale Wirtschaft und macht Schleswig-Holstein zu einem attraktiven Standort für Technologieunternehmen.

Die Akteure der CAPTN Initiative wollen künftig zudem unterschiedliche KI-Projekte auf dem im Bau befindlichen Versuchsträger „MS Wavelab“ auf einem digital ausgerüsteten Testfeld auf der Kieler Förde erforschen und umsetzen.