Schon öfter tauchte auf dem CAPTN-Radar eine Fahrradfähre auf, die ebenfalls autonom, ebenfalls nachhaltig und ebenfalls uferverbindend erdacht wurde. Der Designer Bashar Zapen, Absolvent der Muthesius Kunsthochschule, hat mit der „Veloroute H20“ ein Fährsystem für Fahrräder konzipiert. Die überdachte, an ein Floß erinnernde Plattform verlängert – auch optisch – die VeloRouten der Stadt über die Förde hinweg. In der Mitte ist die Fahrradspur, an den Seiten befinden sich Sitzbänke.

Die elektrische, autonome Fähre soll nach Zapens Idee durch Energie angetrieben werden, die von Wind- und Gezeitenturbinen stammen. Der schwimmende Radweg ergänzt das Radwegenetzwerk Kiels, sodass Pendler für die Überquerung der Förde nicht mehr auf Umwege mittels öffentlichem Nahverkehr oder Auto angewiesen sind. Das reduziert den CO2-Ausstoß. Zudem befinden sich an den sogenannten VeloDocks, die Anleger der Fähre, Muschelzuchtbetrieben. Die Weichtiere filtern das Wasser des Hafens, stellen so marine Lebensräume wieder her, so heißt es in einer Beschreibung der Muthesius Kunsthochschule.

Das Projekt „Veloroute H20“ hat jetzt den Deutschen Mobilitätspreis in der Kategorie Science Fiction gewonnen. Und es ist nicht der erste Preis, den der Designer für seine Idee erhält. Anfang 2020 bereits war er Sieger im studentische Wettbewerb Shifting Shores der Muthesius Kunsthochschule in Kooperation mit der Stadtverwaltung Kiel. Dieser sollte ein weitreichendes Entwicklungskonzept für den Raum ‚Kiellinie und Düsternbrooker Fördehang‘ vorangetriebenen.

Mit dem Deutsche Mobilitätspreis dürfte Zapen jetzt auch deutschlandweit Aufsehen erregen, denn der Preis zählt zu den wichtigsten Auszeichnungen im Bereich Digitales und Mobilität in Deutschland. Wir würden es uns wünschen, dass die VeloRoute H2O Anwendung findet. Die Fachhochschule Kiel hat bereits Mitte des Jahres angemerkt, dass sie sich eine Querung der Schwentine vom Seefischmarkt zum Gelände der FH in Kiel-Dietrichsdorf und zum dortigen VeloCampus durchaus vorstellen könnte.